Was soll das ??

Urlaubsgrüße per Post kommen natürlich auch, aber per Blog ist das Urlaubsgeschwatze für die Daheim-Gebliebenen sicher besser zu ertragen.

Der grobe Plan:

Hamburg -> Dubai, nächtigen, Dubai -> Bangkok, nächtigen, Bangkok -> Hanoi: Endlich da, hoffentlich Donnertag morgen (13.01.2011)Dann die komplette Ostküste bis HCMC, über den Mekong nach Phnom Penh, Angkor, dann wieder Bangkok, Monster treffen und per Radl gen Phuket, abhängen auf PhiPhi und Co und westwärts Ende Februar

Sonntag, 20. Februar 2011

Robinson-Crusoe, B-Promis und Malaria-Symptome

Es folgen eine Nacht auf Ko PhiPhi und fünf aus Ko Lanta, der letzten Station. Auf Ko Lanta freuen wir uns am allermeisten darauf, endlich mal nicht jeden Tag umziehen zu müssen. Entsprechend sorgsam wir das Domizil ausgesucht, ein nettes Bungalöchen am äußersten Südzipfel der Insel. Die Anreise per Pick-Up-Ladefläche ist lang und fast schmezhaft bei den hiesigen Straßenverhältnissen. Jetzt verstehen wir auch, warum keiner den Job haben wollte, uns die 20 km Dirt-Road runter zu fahren. Wir kommen bei Sonnenuntegang an und sind entsprechend sauer, als wir erfahren, dass die Reservierung nicht geklappt hat und die Herrschaften "Fully-booked" sind. Und das mitten in der Pampa im Dunkeln. Wir müssen improvisieren, ziehen am nächsten Tag wieder um in ein anderes nettes Dörfchen. Pustekuchen, trotz telefonischer Reservierung abermals "fully-booked", wir müsen wieder eine Nacht woanders überbrücken, die Thais helfen beim improvisieren. Wenn Thailänder Deutsche wären, dann wären es wohl Kölner: Et hätt noch immer joot jejange...
Abgesehen von Ulis Unpässlichkeit ist das das Einzige, das in 6 Wochen Urlaub mal nicht geklappt hat. Keine schlechte Bilanz.
Nun sind wir aber tatsächlich für die verbleibenden drei Nächte am Ort unserer Wahl angekommen. Eine Robinson-Crusoe-Hütte nach seinem ersten Versuch, mitten auf dem "Privat-Strand", nicht mehr als ein Zelt aus Bambus mit Bananenblatt-Dach, auf der Veranda baumeln wir in der Hängematte, welche je nach Tide unglaubliche 8-15 Meter vom Meer entfernt ist. 
Unser Nachbar ist ein Tatort-Komissar, den hat Uli sofort treffsicher erkannt, als wir zusammen schnorcheln sind vor einer Insel, deren Strand definitiv aus weißem Mehl besteht! 
Das Monster ist leicht unpässlich. Ich hatte eigentlich schon alle Alarmglocken an, als es gestern Abend das Bier und heute Morgen den Kaffee verweigert hat. Als dann noch Magen-Probleme und erhöhte Temperatur dazu kommen, begleitet von Gewimmer über Kopf- und sonstigen Schmerzen, krame ich die Malaria-Stand-By-Medikation raus, bereit, sofort verabreicht zu werden, sollte die 38  Grad Marke überschritten werden. Das ist bislang aber noch nicht passiert.

Zieleinfahrt und Zweisamkeit

Geschafft! Die letzte Etappe liegt hinter uns, mit nochmal 115 km, den üblichen Hügeln und den angeküdigten vier heftigen Steigungen ganz zum Schluss. Dass Phuket doch so bergig ist, hätte ich nicht gedacht. Die Steigungen sind nie sehr lang aber echt knackig und so manch einer muss schieben. Ich habe wie immer mehr Respekt vor dem Gefälle, mannomann, ist das  steil, wo ist denn die Bremswirkung hin? Die letzten 5 km sind flach, wir fahren gemeinsam durch die Stadt zum Radladen und es erinnert stark an den Zieleinlauf beim Marathon: von allen Fenstern, Balkonen, Bürgersteigen werden wir angebrüllt und bejubelt, wohl dem, der freihändig fahren kann und in alle Richtungen gleichzeitig zurückwinken kann. Der Verkehr kommt zum Erliegen, bis die 27 Bekloppten auf Rennrädern in den orangen (!) Trikots beim Radladen ankommen.  Es folgen zwei laute Stunden mit Sieger-Fotos und Umarmungen, Ziel-Bier und Verabschiedungen. Dann sitzen wir zu zweit im Hotel berauscht und ermattet. Glücklich über die vergangenen 850 km und ebenso glücklich darüber, dass das nun hinter uns liegt. Am nächsten Morgen machen wir uns auf nach Koh Phi Phi.  Die letz und wichtigste Etappe des Urlaubs soll endlich anfangen: Abhängen!!

Donnerstag, 10. Februar 2011

Königsetappe

Das Radeln macht tierisch Spaß. Der körpereigene Memory-Effekt hat sich mal wieder am dritten Tag selbst aktiviert und die Beinchen wissen jetzt wieder, wie das nochmal ging mit dem pedalieren. 
Mit jeder Etappe wird es schöner, idyllischer, ländlicher. Die Straßen sind super, wenig Verkehr. Ab und zu müssen wir allerdings auch Autobahn fahren. Das darf man hier in Thailand als Radfahrer, und das ist auch kein Problem, die Autos halten 5 Meter Abstand. Wir sind eine riesige Gruppe mit 25 Fahrern, zwei Guides und zwei Begleitfahrzeugen. Wir kommen uns vor wie die Fahrer der Tour de France: wenn die Wasserflasche leer ist, braucht man die nur hochzuhalten, der Wagen fährt ran und gibt neu. Plattfüße werden von den Jungs behoben, wenn wir essen stellt jemand die Schaltung ein, wenn nötig. Wenn wir am Hotel ankommen, brauchen wir nur Rad, Helm und Schuhe von uns zu schmeissen und unsere Schlüssel in Empfang zu nehmen. Gepäck wird gebracht, wir gehen meist gleich zur Massage. Eine Stunde Massage zählt auch eher als kürzere Einheit, zwei Stunden bringen auch einfach viel mehr. Heute ist Ruhetag. Ein paar Streber fahren trotzdem noch Rad, aber die meisten gammeln am Pool, während die Guides sich darum kümmern, dass unsere Wäsche gewaschen wird. Das ist auch sehr angemessen, bei den 32 Grad hier braucht man schließlich ne Menge frischer Trikots. Morgen steht mit 140 km die längste Etappe an. Alle anderen Etappen waren bisher 70 bis 120 km lang. Wir kommen mittlerweile auch in welliges Gelände und morgen erwartet uns auch tatsächlich der erste amtliche Berg. Alles in allem eine echte geile Tour bisher. Für Nachmacher: www.siambiketours.com

ab Bangkok zu zweit weiter

Wiedersehen Angkor-Tempel. Auf dem Weg zum Flughafen fahre ich nochmal hin, klettere auf einen Tempel-Berg und genieße mein mitgebrachtes Frühstück beim Sonnenaufgang. Der Tuk-Tuk-Fahrer passt wie versprochen auf mein Gepäck auf und fährt mich dann zum Flughafen, der kleiner ist als ein Getränkemarkt in Deutschland. Ich fliege nach Bangkok und empfange eine Stunde später das vollkommen übermüdete Uli-Tier. Der hat mit Jet-Lag, Schlafmangel und Kulturschock zu kämpfen und muss meinen nicht enden wollenden Plapperschwall ertragen. So ist das eben, Urlaub ist kein Ponyhof. Wir habe zwei tolle Tage in einem wunderbaren kleinen Hotelchen am Kanal. Wenn wir wollen können wir in 5 Minuten zur Kao San Road latschen und uns den dortigen Backpacker-Touri-Wahnsinn geben. Wir könnens auch lassen und bei uns am Pool schimmeln. Zwei Tage kriegen wir so rum, dann ziehen wir um zu den andern Kindern, die ab morgen mit uns auf Radreise gehen.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Angkor Wat - die "Mutter aller Tempel"

...so stehts zumindest im Reiseführer und darauf bin ich jetzt mal gespannt. Am Vorabend hatt ich mir schon ein Rad organisiert, damit ich auch ja pünktlich um 5.20 Uhr loskomme, um noch den Sonnenaufgang mitzukriegen. Ich radle fröhlich die 7 km zu den Tempeln, was ohne Licht und bei diese unbeleuchteten Straße keine gute Idee ist. Egal. Ich komme mir ein bisschen albern vor,  es ist ja irgendwie noch mitten in der Nacht, aber als ich bei den Ticket-Schaltern ankomme stelle ich mal wieder fest: die Busse sind noch vor mir da :-(  Zum Glück sind die Schlangen nach Gültigkeitstagen geordnet und alle stahen bei 1 Tag oder 1 Woche. 3 Tage will außer mir keiner, klasse. Ich blätter aufgereht 40 $ hin und kanns nun echt nicht mehr erwarten, endlich dieses Weltwunder zu erklettern. Alle wollen den Sonnenaufgang beim Haupttempel sehen, das spare ich mir für morgen auf. Ich hatte mir aus dem Reiseführer einen anderen Tempel ausgesucht, der auch einen tollen Sonnenaufgang verspricht, aber noch nicht ganz so überlaufen sein soll. In der Dunkelheit und in meiner Aufregung kann ich den jetzt aber nicht finden, ich werde langsam panisch, es wird immer heller. Ich finde einen anderen Tempel, eher eine Pyramide, egal, welcher das jetzt ist, das soll jetzt mein Sunrise-Tempel werden. Ich parke das Rad und bin sehr misstrauisch, denn es ist tatsächlich niemand außer mir hier. Kann es dann überhaupt gut sein? Ich klettere auf allen Vieren die maga-Steilen Stufen nach oben und bin gast sicher, dass ich einen Riesenfehler mache: Hier komme ich nie wieder runter und so weit ab von den Haupt-Tempeln findet mich hier auch so bald keiner... Egal, erstmal hoch da. Ich komme mir vor als würde ich höchstpersönlich dieses Bauwerk gerade entdecken. Man hört außer meinem Keuchen nur noch das Schreien der Vögel (oder Affen?). Ich klettere immer höher, die Stufen werden immer steiler. Oben angekommen werde ich zwar nicht mit dem perfekten Sonnenaufgang belohnt - die Bäume stehen viel zu dicht - aber trotzdem ist es großartig, einfach nur dazusitzen und zuzugucken, wie es langsam Tag wird. Je heller es wird umsomehr erkennt man weitere Tempel, die kilometerweit entfernt aus dem Urwald ragen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem ganz privaten Angkor-Auftakt, nehme all meinen Mut zusammen und krachsele rückwärt die Mauer wieder runter. Ich radele zurück zur Haupt-Route und erkenne sie kaum wieder. Was ist denn hier los? Elefanten schleppen die Touri-Massen die Berge hoch, vor den Toilettenhäusern sind bombastische Schlangen, Busse voller Touristen stehen auf dem Weg zurück zu den Hotels im Stau (die Masse will Frühstück) und der Hubschrauber fliegt auch schon die ersten dollarschweren Besucher über die Tempel! Wow. Verständlich alles, aber trotzdem irgendwie schade.
Ich frühstücke hier und stürze mich in mein Angkor-Programm. Um 11 zeigen alle Zeiger nach unten: müde, Hunger, Durst, heiß, kann nich mehr. Ich brauche eine Pause und radle zurück nach Siam Reap, verfahre mich böse und komme völlig fertig nach über 30km auf diesem schrottreifen Klapper-Rad in der Stadt an. Mein Hotel kann ich nicht finden, ist auch egal. Ich torkele in das nächste Spa, bestelle das komplette Menü und was zu trinken und komme nach zwei Stunden wie neu wieder raus. Zum Sunset fahre ich mit dem Tuc-Tuc.

-- Gesendet von meinem Palm Pre

Mittwoch, 2. Februar 2011

9 Stunden Flußfahrt durch das "echte" Kambodscha

Der zweite Grund fuer den Zwischenstop in Battambang war die Bootsfahrt, die mich von hier nach Siam Reap bringen soll. Sie wurde mir mehrfach als der beste Bootstrip in ganz Kambodscha empfohlen. Also wieder im Morgengrauen los und um 07.00 legt das "Boot" ab. Es ist nicht mehr als eine Nuss-Schale mit Dach drueber und mehr als 20 Leute sollten sich eigentlich nicht darauf befinden, wie ich finde. Es finden aber ca. 30 Touris und 3 Locals plus die beiden Fahrer Platz. Das ganze sieht aus wie ein Umzug, die riesigen Backpacks und Reisetaschen der Touristen werden auf dem Dach und sonstwo vertaeut, sogar ein dreiteiliges Koffer-Set ist dabei, die Besitzer schon seit langem im Rentenalter. Respekt, denn was folgt sind die anstrengendsten 9 Stunden auf einem Boot, die ich bisher mitgemacht habe.
Die obligatorischen Saecke Reis, Gemuese, Kisten mit Eiern, Getraenken, etc. muessen natuerlich auch noch mit, das Boot sinkt so tief, dass ich glaube, gleich laeufts oben rein. Aber dann tuckern wir los.
Der Fluss ist fast ausgetrocket, deswegen dauert die Fahrt auch nicht drei Stunden (wie zur Regenzeit), sondern eben 9. Wir setzen immer wieder auf, der Kahn muss immer wieder muehsam befreit werden, ich denke oft, dass klappt nicht mehr. Fuer diese Pfuetze von einem Fluss ist unser Kahn einfach viel zu schwer. Wie kommen nur unglaublich muehsam voran, wohl nicht mehr als 10 km in der Stunde. Es gibt kein Klo, ich habe aus "organisatorischen" Gründen nicht gefrühstückt, nur noch eine halbe Flasche Wasser und noch 2 Dollar bei mir. Es ist erst tierisch kalt, wird bald aber brüllend heiß, der Motor ist laut und stinkt und ich kann mich auf meinen 30 cm "Eisenbank" nicht richtig bewegen. Und ich mach mir tatsächlich große Sorgen, was wohl passiert, wenn wir komplett steckenbleiben oder Motor oder sonstwas kaputt geht. Das kommt nämlich tatsächlich sehr häufig vor. Die Strecke führt wirklich voll durch die Pampa, hier ist nichts, gar nichts. Wer hier liegenbleibt, der kann sich nicht mal eben ins nächste Taxi setzen. Ab und zu
kommen wir an so etwas wie einer Siedlung aus Wohn-Booten vorbei. Das Leben spielt sich zum Großteil am oder auf dem Wasser ab. Von unserem Boot aus können wir quasi direkt ins "Wohn-Schlaf-Ess-Kochzimmer" der Leute hier blicken. Sie leben in unvorstellbarer Armut und sind dabei so unbeschwert, so beneidenswert fröhlich und wie immer total freundlich. Nachdenklich winke ich mir den Arm lahm und bin total froh, diese doch sehr strapaziöse Bootsfahrt gemacht zu haben, denn erst jetzt hab ich das Gefühl, ein bisschen was von Kambodscha gesehen zu haben. Im Reiseführer steht, dieses Land ist wie eine Zwiebel: je mehr Schichten man löst, umso eher kommen einem die  Tränen, mal vor Freude und mal vor Wehmut. Nach den vielen Stunden auf dem Boot bin ich der Meinung, dass man es treffender nicht formulieren kann.

Plattfuss und Bambus-Zug

Fuer Battambang hab ich eigentlich nur den Rest meines Anreisetages Zeit, am naesten Morgen gehts dann per Boot nach Siam Reap, endlich. Ich will aber so gerne mit dem Bambuszug fahren, deswegen muss der Zwischenstop hier nochmal sein.
Das Ding ist im Grunde nicht mehr als eine Lore. 3,7 km krumme Gleise, vier Eisenraeder mit irgendwas verbunden und darauf legt man einfach eine geflochten Matte aus Bambus. Fertig. Man setzt sich drauf und das Ding rattert tierisch laut los. Zum Festhalten gibts nix, es sind auch nur 20 kmh, allerdings gefuehlte 100. Roller-Coaster-Wilde-Maus-Thrill gibts gratis dazu. Ein Riesenspass fuer Touris, die wichtigeste und effizienteste Transportmoeglichkeit fuer die Bewohner der umliegenden "Doerfchen" entlang der Strecke.
Achso, es gibt nur ein Gleis, wenn einer entgegekommt, kann man nur hoffen, dass frueh genug gebremst wird. Dann steigen alle ab, packen ihre Sachen, 4 Raeder und die Bambusmatte werden um den Entgegenkoemmling herum getragen und dann alles wieder aufeinander gesetzt. Genial.

Mein Tuk-Tuk hat mitten in der Pampa auf dem Weg in die Stadt nen Platten. Keine 20m muessen wir schieben, da erscheint wie ein Wunder am Strassenrand - oder besser "Wegesrand"? Ausser der Hauptstrasse ist hier alles mehr so Sand und Schotter -  eine Fahrrad- und Mofa-Reifen-Reparier-Station. Es ist schon dunkel und ein ziemlich alter Mann hockt mit seinem Sohn im Sand vor einem Huettchen aus Bananenblaettern. Eigentlich ist es nicht mehr als ein Dach. Aber es gibt Werkzeug und Taschenlampen und die beiden reparieren den Schaden superschnell und es scheint auch sehr solide Arbeit zu sein. Der Fahrer ist jedenfalls total zufrieden und das bin ich auch, weil ich nicht hier in der Pampa uebernachten muss.

Phnom Penh

Das Programm gleicht dem von Saigon: Los im Morgengrauen, als erste im Museum, gruselige Fotos und unwirkliche Idylle in S-21. Royal Palace, etc. am Nachmittag, Cocktails am Abend. Hier kann mans echt länger aushalten, aber ich will endlich zu den Tempeln und sitze am nächsten Morgen im Bus Richtung Norden nach Battambang. Außer mir gibt's nur noch zwei weitere Touris im Bus. Der Rest sind Locals, die schonmal für die große "Chinese-New-Year-Party" nach Hause fahren. Ich teile mir eine Sitzbank mit einer netten jungen Frau und ihrer super-niedlichen kleinen Tochter. Nach 20 Minuten Fahrt kotzt diese erstmal ihr reichhaltiges Frühstück großflächig wieder aus. Wir putzen mit vereinten Kräften, ich versuche, mit meinen fortschrittlichen Erfrischungstüchern zu unterstützen, die erst etwas skeptisch beäugt, dann aber dankend angenommmen werden. Alle findens eher lustig, bis auf die Kleine, die ist immernoch ganz grün im Gesicht. Nicht so lustig ist der schwere, stumpfe Gegenstand, der irgendwann in einer Kurze aus dem Gepaeckfach faellt und direkt auf meiner Stirn landet. Ich sehe noch Sternchen, als ich 4 Stunden spaeter im Hotel in Battambang einchecke... Die Schramme ziert die dreieckigen Augen hinter Panzerglas  :-)

Dienstag, 1. Februar 2011

Grenzueberschreitung

Der Kahn tuckert Richtung Grenze. Dass ich mein Visum schon habe bringt mir genau gar keinen Vorteil, da das gesamte Boot Visa braucht. Warten heisst es also. Ist aber ok, wir liegen an Deck in der Sonne und haben Spass, bis es einfach irgendwann weitergeht. Dann marschiert jeder vom Boot runter und an den kambodschanischen Grenzern vorbei, Stempel und weiter gehts.
Phnom Penh erreichen wir am spaeten Nachmittag. Wunderschoene Stadt! Ich bin in jeder Hinsicht ueberrascht.
Das erste was auffaellt: Es gibt Tuc-Tucs, toll! Damit habe ich gar nicht gerechnet, in Vietnam gibts die nicht. Da gibts Motorradtaxis und die sind, wie ich finde, sehr gewoehnungsbeduerftig. Da setzt man sich eben einfach als Sozius hinten auf ein Moped und hofft, der Fahrer beherrscht das, einen hinten drauf inklusive 25 kg Gepaeck durch die Gegend zu fahren. Man ist vollkommen hilflos und deswegen habe ich es soweit es ging vermieden, damit zu fahren. Aber hier in Kambodscha gibts doch tatsaenlich Tuc-Tucs, wunderbar, wie in Thainland. Wirklich schoene kleine "Kutschen", die von Mopeds gezogen werden. Und es gehen 4 oder mehr Leute rein, man kann das Gepaeck prima unterbringen, alles super und in jedem Fall einem Moped-Taxi vorzuziehen. Gehupt wird hier auch nicht, der Verkehr ist eher wenig und ziemlich diszipliniert. Seltsam, das Gegenteil hatte ich erwartet. Allerdings auch, was die Preise angeht: Hier sind saemtliche Preise in Dollar und aus dem Geldautomaten kommen auch nur Dollar. Entsprechend teuer ist alles. Im Vergleich mit Vietnam ca. doppelt so teuer. Wahnsinn. Von dem "kleinen Bruder" der grossen, fortschrittlichen Nachbarn Thailand und Vietnam hatte ich das eigentlich nicht erwartet. Ich finds voellig ok, wenns in einem so armen Land fuer Touristen teuer wird. Bloed ist nur, wenn nichts ankommt, sondern wie immer auslaendische Firmen den Reibach machen...

Freitag, 28. Januar 2011

Dreiecksaugen und alte Bekannte

Ein Blick in den Spiegel lässt mich etwas erschrecken. Bei der blöden "Radtour" gestern wurde die Wolkendecke mal ganz kurz etwas dünner - ich hatte das langärmlige Falke-Shirt an den Armen tatsächlich etwas hochgeschoben - und schon volle Kanne Gesicht und Unterarme verbrannt. Ich sehe aus wie eine rote Qualle. Außerdem bin ich ziemlich übernächtigt, sodass die Augenlieder recht und links jeweils so halb runterhängen. Was hinter den Glasbausteinen meiner Brillengläsern besonders lustig aussieht. Mein Kontaktlinsen-Pflege-Zeugs hat sich schon vor Tagen in das Innere meine Backpacks ergossen. Also Feuerqualle mit dreieckigen Augen hinter Glasbausteinen, sehr schick! Hier kennt mich ja keiner? Denkste...
"Andrea? Du hier? Ich fass es nicht!!! Wie klein ist doch die Welt!!"  Auf einen Ausspruch in der Art hab ich sowieso schon gewartet und in Da Lat auf der Treppe im Hotel wars dann soweit: Manni, alter WG-Kumpane aus Würzburg, vor 11-Jahren zuletzt gesehen. Lustig!

Geldkram

Beim Frühstück fällt mir auf, das ich beim Bezahlen des Taxis vorhin den 50000-Dong-Schein mit dem 500000-Dong-Schein verwechselt hab, hab mich wohl beim Zählen der Nullern vertan. Hatte in den ganzen zwei Wochen hier sowieso noch nie einen so großen Schein, jetzt zwei Tage vor der Abreise aus Vietnam kann ich mich da auch nicht mehr dran gewöhnen... Ich ärgere mich noch zwei Stunden, nicht über die verschenkten 20 Euro sondern über den Empfänger. Hab fast nur nette und herzliche Vietnamesen getroffen hier, nur der Taxifahrer von heute morgen war richtig ätzend. Der süßen, zahnlosen Marktfrau von gestern hätt ich es viel mehr gegönnt...

Kaffee-Fahrten

Es gibt wahrscheinlich keine einzige Sehenswürdigkeit in ganz Vietnam, keinen Tempel, keine Pagode, keinen Wasserfall, die nicht  im Rahmen einer Kaffee-Fahrt zu besuchen wäre. Rumreisen ist unwahrscheinlich einfach, praktisch alles wird einem abgenommen und organisiert. Sehr einfach und wahnsinnig unspektakulär. Hierhin kann man auch mit Oma fahren. Tatsächlich ist es stellenweise recht angenehm, dass alles so einfach geht, die Kehrseite der Medaille ist aber natürlich, dass wirklich jeder herkommt. Kegelclubs, Steptanzgruppen, natürlich hat jeder sein gutes Recht, durch Vietnam zu reisen. Ich hatte Ähnliches schon befürchtet, doch das Ausmaß des Massentourismus hier hat mich dann doch überrascht. Natürlich muss man sich den Kaffee-Fahrten zu den Sight hier nicht anschließen, doch Alternativen sind rar, vor allem, wenn man bei dem Verkehr und den Straßen hier nicht auf dem gemieteten Roller verunglücken will. (Todesursache Nummer eins in Vietnam sind Verkehrsunfälle). Und selbst wenn mans dann doch auf eigene Faust schafft, dann trifft man die Steptanzgruppe eben nicht im Bus, sondern erst vor dem Tempel. Da ist sie aber auf jeden Fall.
Deswegen mach ich mir auch keine Illusionen mehr darüber, dass es im Mekong-Delta anders sein würde. Ich hatte ursprünglich mal eine naive, sehr romantische Vorstellung von so einer Mekong-Delta-Tour. "schipper, schipper, pöt, pöt". Aber tatsächlich werden hier tausende von Touristen täglich abgefertigt. In Saigon kann man keine drei Meter gehen, ohne in ein Booking-Office zu stolpern. Es gibt ein-,zwei- und dreitägige Touren. Die Zahl der Anbieter ist überwältigend, das Wirrwarr der Angebote nicht zu durchdringen. Es gibt haufenweise Billiganbieter und enttäuschte Touristen. Aber auch die teuren halten nicht immer, was sie versprechen. Ich lande letztendlich bei den Größten - Delta Adventures - und lasse mir ein Dreitagesprogramm zusammenstellen. Es gibt zu allem eine billige und eine teure Variante. Ich nehme von allem das teuerste und zum Schluss noch den 25-Dollar-Aufschlag für eine Nacht "Homestay".
Letztendlich war das die entscheidende Investition. Man wird drei Tage lang per großem Bus, kleinem Bus, großem Schiff, kleinem Boot, Ruderboot durch die Gegend transportiert. Alles ist unglaublich durchorganisiert. Die Gruppen werden zig-mal getrennt und wieder mit anderen zusammengelegt, es ist ein permanentes Kommen und Gehen. Die Orte im Mekong-Delta sind natürlich auch keine beschaulichen Käffer, sondern Städte, wie alle anderen auch. Mit viel Verkehr und Baustellen. Die paar Leutchen, die Homestay gebucht haben, werden irgendwann aus den ganzen Gruppen rausgepickt, auf ein eigenes kleines Bötchen verfrachtet und es folgen 24 Stunden Sonderbehandlung. Wir sind 7 Leute und das bleibt auch vorerst so, sehr angenehm. Wir übernachten nicht im Hotel in der Stadt, sondern auf einer winzigen Insel direkt aum Fluss. Homestay heißt eigentlich, dass man tatsächlich bei einer vietnamesischen Familie zu Hause übernachtet und an deren Alltag ein kleines bisschen teilnimmt. Mittlerweile ist davon nicht mehr viel übrig, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden, denn wir übernachten in einem wunderschönen Haus (es gibt ca. 5 Doppel- und Dreibett-Zimmer hier, alle mit Vollbad, die Familie wohnt irgendwo dahinter, also ist das hier einfach ein besseres Hotel, nix Homestay). Wir baumeln in Hängematten auf der Veranda, ab und zu stört die Ruhe der röhrende Motor von vorbeifahrenden Booten, aber viel ist es nicht. Irgendwann kochen wir alle zusammen unter der Anleitung der Hausherrin und futtern und trinken auf der Terrasse. Unser Grüppchen ist total nett und wir sind alle total glücklich, dass wir mit dieser Homestay-Option dem Wahnsinn da draußen kurz entwischen konnten. Auch am nächsten Tag bleibt uns die Idylle noch etwas erhalten, wir sind vor den ganzen Massen bei den schwimmenden Märkten und werden erst nach dem Essen wieder in den Touri-Strom eingereiht. Auch bei der zweiten Übernachtung hat sich die teure Option gelohnt, denn wir schlafen wieder nicht in der Stadt sondern auf einem schwimmenden Schiff-Hotel, sehr romantisch und tatsächlich unglaublich ruhig. Den ganzen dritten Tag fahre ich zusammen mit einer riesigen Horde (darunter eine total lustige und sehr trinkfreudige Gruppe pubertierender Holländer :-X  ) auf dem Sonnendeck von einem Holzdampfer den Mekong hoch Richtung Grenze.
-- Gesendet von meinem Palm Pre

geiler Großstadt-Djungel

Um 5.30 Uhr nochmal schlafen legen ist auch doof. Also stelle ich nur schnell den Rucksack ab, tausche Jeans und Pulli endlich gegen Sommerklamotten und stehe bei Sonnenaufgang vor meiner ersten großen Herausforderung in dieser Stadt: die Überquerung des riesigen Kreisverkehrs. Selbst um diese Zeit ein Abenteuer. Tatsächlich ist der Verkehr hier schlimmer als in jedem anderen Ort davor, und man verbringt viel Zeit damit, auf eine Gelegenehit zu warten, die günstig genug erscheint, um den Versuch zu starten, die Straße zu überqueren. Dies gibt einem oft die Gelegenheit zu einem kleinen Schwätzchen mit den Mitwartenden. Die Leute hier sind nämlich wirklich nett, offen und neugierig. Total angenehm. Vielfach habe ich hier auch schon diese neumodischen Lichtanlagen vorgefunden, die in unterschiedlichen Farben leuchten. Es hält sich zwar bei Weitem nicht jeder dran, aber die Chancen, lebend drüben anzukommen steigen erheblich, wenn man es bei grün versucht.
Ich frühstücke auf dem Markt und zum Glück macht das erste Museum schon um 7.30 Uhr auf und ich habe es ganz für mich alleine. Bis zum Mittag sind die drei wichtigsten Museen durch. Die geballte Grausamkeit auf Polaroid schlägt mir auf den Magen und Mittagessen fällt erstmal aus.
Bis zum Abend besuche ich alles, was ich sehen will. Mir gefällts hier. Geile Stadt. Da ist es ja endlich, das Urlaubsgefühl. Hatte sich die ganze Zeit versteckt und sich bei der Kälte nicht rausgetraut.
Trotzdem hab ich Hummeln im Hintern und will weiter. Irgendwas sagt mir, dass ich so schnell wie möglich nach Kambodscha sollte. Morgen früh also geht's los in Richtung Mekong und dann mit dem Boot zur Grenze.

Dienstag, 25. Januar 2011

Guten Morgen, Saigon

Mist. Wenn der Bus nicht wie geplant um 23.00 Uhr sondern um 22.00 Uhr faehrt und die Fahrt nicht - wie angekuendigt - 8 sondern nur 6 Stunden dauert, und wenn es dann - dem neurotischen Fahrstil des Kutschers sei Dank - auch noch viel schnellr geht, dann strandet man nicht um 07.00 Uhr morgens sondern um 03.45 Uhr morgens in Saigon...

Hmpf.

Vollkommen gegen meine Art habe ich bisher fast jedes Hotel vorgebucht (und mich hinterher drueber geaergert, weil zu teuer, aber sicher ist eben sicher), nur genau dieses Mal nicht, weil so hektisch aus Da Lat abgereist.  Zum ersten Mal passiert es mir, dass ich da stehe, mit all meinem Gepack, ohne einen Schimmer, wo ueberhaupt die Stadt ist, und was als naechstes zu tun ist. Eigentlich schlafen, aber daran ist erstmal wohl nicht zu denken.
Es dauert noch ein bisschen, der Rucksack wird immer schwerer, die Augen immer mueder, die Strassen immer kleiner , schmaler, dunkler. Sonst sind sie mir immer furchtbar auf die Nerven gegangen, die Hotelbrueller mit ihrem "Hello Lady, cheap room, hello, Miss...", aber jetzr... kein einziger weit und breit, nur runtergelassene Roll-Laeden und streunende Hunde, fuck. So war das nicht geplant. Aber alles endet super, eine Absteige ist dann doch gefunden, nicht toll aber billig und vor allem: jetzt und hier. Guten Tag, Saigon.

Da Lat - muss auch nicht wirklich sein ...

OK, also bislang gibt's zwischen dem, was ich u.a. suche und dem, was mir Vietnam bislang bieten konnte nicht wirklich eine große Schnittmenge. Das beschauliche "Dorf in den Bergen", welches man auch durchaus mal mit nem Schwarzwald-Kaff verwechseln können soll, ist das auf jeden Fall nicht und leider hab ich aber genau das bestellt!! Gut, in den Bergen liegts wohl, deshalb ist es hier auch deutlich kühler, aber ansonsten finde ich hier eine Stadt vor, mit allem, was ich nicht um mich haben will: Presslufthammer und Planierraupen, Kreisverkehre und 6-spurige Straßen. Mist, ich dachte, man könnte hier in V. auch irgendwo mal ein bisschen Ruhe finden, also ohne Ohropax, dacht ich. OK, die Jungs hier müssen schließlich auch von irgendwas leben, also buche ich einen total ueberteuerten Mountainbike-Trip ins Grüne. Die Bilder versprechen vieles... Ich freu mich drauf,  endlich das Vietnam zu treffen, das mir bislang verborgen blieb... Aber leider auch hier Fehlanzeige. Der Trip emtpuppt sich als Desaster, ich verliere zweimal fast mein Leben, als mir LKW und Sattelschlepper auf einer vierspurigen Fahrbahn auf meiner Spur beim Überholen entgegen kommen. Ich hatte ja auch nicht vor, stundenlang auf der Hauptstraße die Stadt zu umrunden! Ich koche vor Wut,  der eilig eingeschobene Abstecher zum "Wasserfall" machts dann auch nicht mehr viel besser. Tamy aus Würzburg (ja, ein Glück sind wir wenigstens zu zweit ) sieht  das ganz genauso. Der Trip ein totaler Reinfall, der Tag an sich trotzdem ok, weil Tamy und ich unser eigenes Ding draus machen und viel Spaß haben. War echt cool. Trotzdem wird das nix mehr mit mir und dem Landleben hier. Ich reise überstürzt ab, die schon bezahlte Nacht krieg ich natürlich nicht zurück, aber egal. Bloß weg hier, bloß nicht mehr ärgern müssen. Wenn schon Stadt und nicht "Bergdorf", dann wenigstens die Große! Noch ein schnelles Abendessen, tschüß, Tamy, pass auf Dich auf, und ich sitze im Nachtbus nach Saigon. Neue Stadt, neues Glueck.

Samstag, 22. Januar 2011

Nah Trang - der schönste Strand Vietnams ???

Also "schön" ist was anderes ! Nach 12 -stündiger Busfahrt im Nachtbus bin ich ziemlich gerädert hier angekommen, obwohl die Busse echt super sind und die Liege-Sitze sich tatsächlich zu richtigen Betten umfunktionieren lassen. Aber es schaukelt ordentlich,  besonders in der oberen Etage, wo ich liege. Ich will am liebsten gleich wieder weg hier, bestenfalls zurück nach Hoi-An, wo es so schön war. Jetzt bin ich schon ziemlich weit im Süden, es ist warm aber völlig verregnet und außerdem ganz schön windig. Die Stadt ist eine architektonische Katastrophe, häßlich, laut, doof. Der Strand kann daran auch nix ändern, erst recht nicht, wenn das Wetter so gar nicht mitspielt. Das versprochene türkisblaue Meer ist mir bisher nicht begegnet, dafür aber doofe Touris und doofe, unfreundliche Locals. Das Busticket nach Da Lat ist schnell gekauft,  dennoch muss ich 2 Tage hier ausharren. Sport kam bislang eh zu kurz, hier ist die perfekte Location dafür. Dazu ein Besuch im Spa mit meiner Leidensgenossin aus dem Hotel, die Strand ohne Sonne ebenso doof findet wie ich. Wir planschen in thermalem Schlamm und gammeln in ebenso thermalen, terrassenförmig angelegten Whirlpools unter freiem Himmel. Eine großartige Massage muss dann auch noch sein, so kriegt man auch die Zeit hier rum.

Hoi-An: kochen und schneidern

Auf den ersten Blick wird klar: Hier bleibt man lieber einen Tag länger als geplant, denn hier scheint tatsächlich die Zeit stehen geblieben  zu sein.  Vom Krieg weitestgehend verschont geblieben ist die Altstadt zu schön um wahr zu sein und - ich kanns kaum glauben - zweimal die Woche ist Auto- und Moped-freie Innenstadt. Ein Traum!! 99 % aller Touris verlassen Hoi-An mit kiloweise maßgeschneiderter Garderobe. Ich hatte vorher schon versucht, die  begeisterten Schilderungen der vorwiegend weiblichen Reisenden zu ignorieren. Das soll KEIN Shopping-Trip werden und ich bin fest entschlossen, nicht weich zu werden. Die Klamotten sehen großartig aus, die Schneider sind sehr fähig, die Stoffe sind toll und die ganze Stadt rennt - ob der immernoch schlechten Wetterlage - in wunderschönen, nagelneuen Winterjacken durch die Gegend.  Ich bin wahnsinnig stolz auf mich, dass ich nicht schwach geworden bin, aber als ich in die Gasse einbiege, in der sie einem die Lederstiefel quasi an die Füße schneidern, ist es fast um mich geschehen. Aber eben nur fast: Ich gehöre zu den gefühlten 1% der Horde, die sich in Hoi-An nicht einkleiden lässt!

Fast jedes Restaurant bietet Kochkurse an und es dauert nicht lang, da lande ich zusammen mit 4 weiteren Deutschen aus Hamburg in der Schul-Küche des Cafe 96 am Fluss. Die Kochstunde droht zur Studienberatung zu werden, zwei sehr eifrige Jura-Studenten sind darunter und "koennen einfach nicht loslassen", das nervt tierisch und ich bin kurz davor, sauer zu werden, aber der sympatische Koch schafft es dann doch unaufdringlich und chatmant die Aufmerksamkeit fast aller lern-wütigen auf die Kunst des vietnamesischen Kochens zu lenken. Wir hacken fleissig Gemüse und Kräuter winzigklein, aus denen wir nachher Frühlingsrollen basteln. Meine erinnern stark an meine ersten selbstgedrehten Zigaretten und fallen schon vom Angucken fast auseinander. Aber Übung macht den Meister und kurze Zeit später dürfen wir auch noch tolle Salate und Fisch in Bananenblatt zaubern. Es schmeckt wie Selbstgemachtes eben       schmeckt und das obligatorische Tiger-Beer dazu macht süchtig. Nach vollendetem Werk bekommen wir Rezepte, Schälmesser und gute Wünsche mit auf den Weg und finden eine Kneipe, die uns freundlicherweise noch lange nach Ladenschlus mit dem köstlichen hiesige Fassbier versorgt.Geiler Abend, tolle Stadt, ich will mehr davon.

Freitag, 21. Januar 2011

Wolkenpass und Da Nang

Die Wettergrenze zwischen dem subtropischen Klima im Norden und dem tropischen Klima im Sueden von Vietnam soll angeblich foermlich sichtbar sein. Wenns obend noch fies ist ist es unten schon richtig schoen und dazwischen liegen nur wenige Kilometer, aber eben auch die Berge, die am Wolkenpass bis ans Meer heranragen. Na, das klingt doch vielversprechend. Nichts wie hin.
Die Zugfahrt macht Spass, aber draussen ist totale  Waschkueche und von der versprochenen "breath-taking scenery" sieht man nur immer die naechsten 20 Meter. Aber immerhin: Das was man sieht ist wirklich schön, man bekommt eine Ahnung davon wie toll es bei guter Sicht sein könnte.

Da Nang hat nicht viele Sehenwürdigkeiten und ist für Touris scheinbar uninteressant. Ich mags hier trotzdem, obwohl das Wetter nicht wirklich besser und die Stadt nicht gerade hübsch ist. Die Abwesenheit von Tourimassen reicht schon, hier wenigstens eine Nacht zu bleiben. Die Leute sind auffallend freundlich und neugierig und kommen total authentisch rüber. Ich lasse mir im hiesigen Krankenhaus die letzte Tollwut-Impfung verpassen und genieße es, den Alltag der Leute hier beobachten zu können, die vollkommen unbeeidruckt zu sein scheinen, dass keine 25 km weiter Vietnams "Highlight" Hoi-An unglaubliche Touri-Massen abfertigt. Ich bin ab morgen auch dabei.

Montag, 17. Januar 2011

Kriegskram und Hué

Hier in Hué ist es zwar nur geringfügig wärmer, dafür regnets ordentlich. Das perfekte Wetter für den 10 Stunden dauernden Ausflug in die "demilitarisierte Zone", denn 70 % der Zeit verbringt man im Bus. Tunnelsyteme und Kriegsmuseum sind tatsächlich spannend. Ein witziger Abend mit literweise Hué-Fassbier machen den Abschied aus dem verregneten Hué nicht ganz einach.

Wasserpuppen- und Verkehrsgedöns

Wasserpuppentheater in Hanoi ist echt niedlich. 50 Minuten drolliges Halligalli, in einem Theater an einem Alster-ähnlichen See mitten in der Stadt. Mega-kitschig, wie Tradition eben manchmal ist.
Hanoi selbst schockt. Das erste Mal in meinem Leben, dass mir eine deutllich ältere Person - ungefragt aber sehr fürsorglich - über die -Straße geholfen hat. Dabei habe ich in stundenlangem Selbststudium theoretisch gelernt, wie das geht...

 Da ist Zugfahren schon viel  angenehmer. Nachtzüge sind qualitativ schon fast mit der Deutschen Bahn vergleichbar, wobei die Verspätungrn im Gegensatz zum deutschen Pendant sich hier tatsächlich in Grenzen halten. Am Platz wird auch warmes Essen serviert, aber was genau das ist, weiß keiner. Jedenfalls hats noch Augen und Füße und kommt frittiert.
Einen Haken hat das Ganze Öffi-Gefahre: ewig plärrt die Television!!! Man kommt kaum einen Meter weit, ohne schutzlos dem vollkommen sinnentleerten Geballer und Gemetzel ausgesetzt zu sein. Man möchte förmlich niederknien und um Gnade winseln. Wohl dem, der einen prall gefüllten MP3-Player mit guten Akkus dabei hat.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Hanoi - wuselig und leider etwas zu kalt

krasse Stadt, echt spannend, tierisch wuselig, unglaublich laut und es grenzt schon fast an ein Wunder, dass ich noch nicht mindestens 18 Mal ueberfahren worden bin ! Die olle Ho Chi Minh Leiche muss ohne mich mausolieren, da der Kasten freitags geschlossen hat und ich heute abend schon gen Sueden reise. Die Ha Long Bucht zu durchsegeln waere sicher cool gewesen, aber bei kalten 12 Grad schockt das sicher nicht.
Gestern hab ich tatsaechlich die kambodschanische Botschaft gefunden, das Visum erstanden und nach 5 stuendigem Rumirren tatsaechlich auch wieder das Hostel erreicht. Pech, wenn man beim "sich einfach mal so treiben lassen" aus Versehen von der Karte runterlaeuft, es erst merkt, wenn man muede ist und dann keinen von den vielen Vietnamesen trifft, die angeblich so gut englisch sprechen! Hmpf. Also diese Erfahrung hab ich bisher nicht gemacht, wohl aber die, dass ein "Ich weiss es nicht" einfach ein fauxpas ist und man lieber mal die im Zweifel falsche Richtung angibt...
Jetzt kenn ich jedenfalls gefuehlt jeden Winkel der Stadt und sollte mich bis heute abend um 11 nicht doch noch ein Scooter ummaehen, sitz ich heute im Nachtzug nach Hue und bis dahin futter ich mich durch die Altstadt :-)

Mittwoch, 12. Januar 2011

halb-angekommen

Geht doch. Obwohl noch nicht so ganz da, fühlt es sich hier in Bangkok schon sehr viel mehr nach Urlaub an. Nix gegen Dubai, der Stopover war ok aber unvermeidbar. Bangkok ist ebenso Zwischenstation aberdennoch schon richtig Asien, scharfes Thai-Food mit kaltem Singha-Lager, im "Draussen-Restaurant"auf Plastik-Stühlen... So wars gedacht :-)  Auch wenn das ständige frühe Aufstehen nervt (morgen, also gleich, ist 4 Uhr aufstehen) so stellt sich doch Entspannung ein, wer hätts gedacht... Morgen dann im Regen durch Hanoi, aber ich freu mich tatsächlich drauf.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Vorfreude

Hamburg ist ganz schön grau, aber das macht nichts.
Die letzten Impfungen, Anti-Zecken-Zeug und Sonnencreme, das ist noch die einfachste Übung. Viel schwieriger: Wo hab ich noch den verdammten Backpack-Rucksack hingeräumt..?
Werd ich schon finden, noch sind 4 Tage Zeit...