Ein Blick in den Spiegel lässt mich etwas erschrecken. Bei der blöden "Radtour" gestern wurde die Wolkendecke mal ganz kurz etwas dünner - ich hatte das langärmlige Falke-Shirt an den Armen tatsächlich etwas hochgeschoben - und schon volle Kanne Gesicht und Unterarme verbrannt. Ich sehe aus wie eine rote Qualle. Außerdem bin ich ziemlich übernächtigt, sodass die Augenlieder recht und links jeweils so halb runterhängen. Was hinter den Glasbausteinen meiner Brillengläsern besonders lustig aussieht. Mein Kontaktlinsen-Pflege-Zeugs hat sich schon vor Tagen in das Innere meine Backpacks ergossen. Also Feuerqualle mit dreieckigen Augen hinter Glasbausteinen, sehr schick! Hier kennt mich ja keiner? Denkste...
"Andrea? Du hier? Ich fass es nicht!!! Wie klein ist doch die Welt!!" Auf einen Ausspruch in der Art hab ich sowieso schon gewartet und in Da Lat auf der Treppe im Hotel wars dann soweit: Manni, alter WG-Kumpane aus Würzburg, vor 11-Jahren zuletzt gesehen. Lustig!
Was soll das ??
Urlaubsgrüße per Post kommen natürlich auch, aber per Blog ist das Urlaubsgeschwatze für die Daheim-Gebliebenen sicher besser zu ertragen.
Der grobe Plan:
Hamburg -> Dubai, nächtigen, Dubai -> Bangkok, nächtigen, Bangkok -> Hanoi: Endlich da, hoffentlich Donnertag morgen (13.01.2011)Dann die komplette Ostküste bis HCMC, über den Mekong nach Phnom Penh, Angkor, dann wieder Bangkok, Monster treffen und per Radl gen Phuket, abhängen auf PhiPhi und Co und westwärts Ende Februar
Freitag, 28. Januar 2011
Geldkram
Beim Frühstück fällt mir auf, das ich beim Bezahlen des Taxis vorhin den 50000-Dong-Schein mit dem 500000-Dong-Schein verwechselt hab, hab mich wohl beim Zählen der Nullern vertan. Hatte in den ganzen zwei Wochen hier sowieso noch nie einen so großen Schein, jetzt zwei Tage vor der Abreise aus Vietnam kann ich mich da auch nicht mehr dran gewöhnen... Ich ärgere mich noch zwei Stunden, nicht über die verschenkten 20 Euro sondern über den Empfänger. Hab fast nur nette und herzliche Vietnamesen getroffen hier, nur der Taxifahrer von heute morgen war richtig ätzend. Der süßen, zahnlosen Marktfrau von gestern hätt ich es viel mehr gegönnt...
Kaffee-Fahrten
Es gibt wahrscheinlich keine einzige Sehenswürdigkeit in ganz Vietnam, keinen Tempel, keine Pagode, keinen Wasserfall, die nicht im Rahmen einer Kaffee-Fahrt zu besuchen wäre. Rumreisen ist unwahrscheinlich einfach, praktisch alles wird einem abgenommen und organisiert. Sehr einfach und wahnsinnig unspektakulär. Hierhin kann man auch mit Oma fahren. Tatsächlich ist es stellenweise recht angenehm, dass alles so einfach geht, die Kehrseite der Medaille ist aber natürlich, dass wirklich jeder herkommt. Kegelclubs, Steptanzgruppen, natürlich hat jeder sein gutes Recht, durch Vietnam zu reisen. Ich hatte Ähnliches schon befürchtet, doch das Ausmaß des Massentourismus hier hat mich dann doch überrascht. Natürlich muss man sich den Kaffee-Fahrten zu den Sight hier nicht anschließen, doch Alternativen sind rar, vor allem, wenn man bei dem Verkehr und den Straßen hier nicht auf dem gemieteten Roller verunglücken will. (Todesursache Nummer eins in Vietnam sind Verkehrsunfälle). Und selbst wenn mans dann doch auf eigene Faust schafft, dann trifft man die Steptanzgruppe eben nicht im Bus, sondern erst vor dem Tempel. Da ist sie aber auf jeden Fall.
Deswegen mach ich mir auch keine Illusionen mehr darüber, dass es im Mekong-Delta anders sein würde. Ich hatte ursprünglich mal eine naive, sehr romantische Vorstellung von so einer Mekong-Delta-Tour. "schipper, schipper, pöt, pöt". Aber tatsächlich werden hier tausende von Touristen täglich abgefertigt. In Saigon kann man keine drei Meter gehen, ohne in ein Booking-Office zu stolpern. Es gibt ein-,zwei- und dreitägige Touren. Die Zahl der Anbieter ist überwältigend, das Wirrwarr der Angebote nicht zu durchdringen. Es gibt haufenweise Billiganbieter und enttäuschte Touristen. Aber auch die teuren halten nicht immer, was sie versprechen. Ich lande letztendlich bei den Größten - Delta Adventures - und lasse mir ein Dreitagesprogramm zusammenstellen. Es gibt zu allem eine billige und eine teure Variante. Ich nehme von allem das teuerste und zum Schluss noch den 25-Dollar-Aufschlag für eine Nacht "Homestay".
Letztendlich war das die entscheidende Investition. Man wird drei Tage lang per großem Bus, kleinem Bus, großem Schiff, kleinem Boot, Ruderboot durch die Gegend transportiert. Alles ist unglaublich durchorganisiert. Die Gruppen werden zig-mal getrennt und wieder mit anderen zusammengelegt, es ist ein permanentes Kommen und Gehen. Die Orte im Mekong-Delta sind natürlich auch keine beschaulichen Käffer, sondern Städte, wie alle anderen auch. Mit viel Verkehr und Baustellen. Die paar Leutchen, die Homestay gebucht haben, werden irgendwann aus den ganzen Gruppen rausgepickt, auf ein eigenes kleines Bötchen verfrachtet und es folgen 24 Stunden Sonderbehandlung. Wir sind 7 Leute und das bleibt auch vorerst so, sehr angenehm. Wir übernachten nicht im Hotel in der Stadt, sondern auf einer winzigen Insel direkt aum Fluss. Homestay heißt eigentlich, dass man tatsächlich bei einer vietnamesischen Familie zu Hause übernachtet und an deren Alltag ein kleines bisschen teilnimmt. Mittlerweile ist davon nicht mehr viel übrig, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden, denn wir übernachten in einem wunderschönen Haus (es gibt ca. 5 Doppel- und Dreibett-Zimmer hier, alle mit Vollbad, die Familie wohnt irgendwo dahinter, also ist das hier einfach ein besseres Hotel, nix Homestay). Wir baumeln in Hängematten auf der Veranda, ab und zu stört die Ruhe der röhrende Motor von vorbeifahrenden Booten, aber viel ist es nicht. Irgendwann kochen wir alle zusammen unter der Anleitung der Hausherrin und futtern und trinken auf der Terrasse. Unser Grüppchen ist total nett und wir sind alle total glücklich, dass wir mit dieser Homestay-Option dem Wahnsinn da draußen kurz entwischen konnten. Auch am nächsten Tag bleibt uns die Idylle noch etwas erhalten, wir sind vor den ganzen Massen bei den schwimmenden Märkten und werden erst nach dem Essen wieder in den Touri-Strom eingereiht. Auch bei der zweiten Übernachtung hat sich die teure Option gelohnt, denn wir schlafen wieder nicht in der Stadt sondern auf einem schwimmenden Schiff-Hotel, sehr romantisch und tatsächlich unglaublich ruhig. Den ganzen dritten Tag fahre ich zusammen mit einer riesigen Horde (darunter eine total lustige und sehr trinkfreudige Gruppe pubertierender Holländer :-X ) auf dem Sonnendeck von einem Holzdampfer den Mekong hoch Richtung Grenze.
-- Gesendet von meinem Palm Pre
Deswegen mach ich mir auch keine Illusionen mehr darüber, dass es im Mekong-Delta anders sein würde. Ich hatte ursprünglich mal eine naive, sehr romantische Vorstellung von so einer Mekong-Delta-Tour. "schipper, schipper, pöt, pöt". Aber tatsächlich werden hier tausende von Touristen täglich abgefertigt. In Saigon kann man keine drei Meter gehen, ohne in ein Booking-Office zu stolpern. Es gibt ein-,zwei- und dreitägige Touren. Die Zahl der Anbieter ist überwältigend, das Wirrwarr der Angebote nicht zu durchdringen. Es gibt haufenweise Billiganbieter und enttäuschte Touristen. Aber auch die teuren halten nicht immer, was sie versprechen. Ich lande letztendlich bei den Größten - Delta Adventures - und lasse mir ein Dreitagesprogramm zusammenstellen. Es gibt zu allem eine billige und eine teure Variante. Ich nehme von allem das teuerste und zum Schluss noch den 25-Dollar-Aufschlag für eine Nacht "Homestay".
Letztendlich war das die entscheidende Investition. Man wird drei Tage lang per großem Bus, kleinem Bus, großem Schiff, kleinem Boot, Ruderboot durch die Gegend transportiert. Alles ist unglaublich durchorganisiert. Die Gruppen werden zig-mal getrennt und wieder mit anderen zusammengelegt, es ist ein permanentes Kommen und Gehen. Die Orte im Mekong-Delta sind natürlich auch keine beschaulichen Käffer, sondern Städte, wie alle anderen auch. Mit viel Verkehr und Baustellen. Die paar Leutchen, die Homestay gebucht haben, werden irgendwann aus den ganzen Gruppen rausgepickt, auf ein eigenes kleines Bötchen verfrachtet und es folgen 24 Stunden Sonderbehandlung. Wir sind 7 Leute und das bleibt auch vorerst so, sehr angenehm. Wir übernachten nicht im Hotel in der Stadt, sondern auf einer winzigen Insel direkt aum Fluss. Homestay heißt eigentlich, dass man tatsächlich bei einer vietnamesischen Familie zu Hause übernachtet und an deren Alltag ein kleines bisschen teilnimmt. Mittlerweile ist davon nicht mehr viel übrig, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden, denn wir übernachten in einem wunderschönen Haus (es gibt ca. 5 Doppel- und Dreibett-Zimmer hier, alle mit Vollbad, die Familie wohnt irgendwo dahinter, also ist das hier einfach ein besseres Hotel, nix Homestay). Wir baumeln in Hängematten auf der Veranda, ab und zu stört die Ruhe der röhrende Motor von vorbeifahrenden Booten, aber viel ist es nicht. Irgendwann kochen wir alle zusammen unter der Anleitung der Hausherrin und futtern und trinken auf der Terrasse. Unser Grüppchen ist total nett und wir sind alle total glücklich, dass wir mit dieser Homestay-Option dem Wahnsinn da draußen kurz entwischen konnten. Auch am nächsten Tag bleibt uns die Idylle noch etwas erhalten, wir sind vor den ganzen Massen bei den schwimmenden Märkten und werden erst nach dem Essen wieder in den Touri-Strom eingereiht. Auch bei der zweiten Übernachtung hat sich die teure Option gelohnt, denn wir schlafen wieder nicht in der Stadt sondern auf einem schwimmenden Schiff-Hotel, sehr romantisch und tatsächlich unglaublich ruhig. Den ganzen dritten Tag fahre ich zusammen mit einer riesigen Horde (darunter eine total lustige und sehr trinkfreudige Gruppe pubertierender Holländer :-X ) auf dem Sonnendeck von einem Holzdampfer den Mekong hoch Richtung Grenze.
-- Gesendet von meinem Palm Pre
geiler Großstadt-Djungel
Um 5.30 Uhr nochmal schlafen legen ist auch doof. Also stelle ich nur schnell den Rucksack ab, tausche Jeans und Pulli endlich gegen Sommerklamotten und stehe bei Sonnenaufgang vor meiner ersten großen Herausforderung in dieser Stadt: die Überquerung des riesigen Kreisverkehrs. Selbst um diese Zeit ein Abenteuer. Tatsächlich ist der Verkehr hier schlimmer als in jedem anderen Ort davor, und man verbringt viel Zeit damit, auf eine Gelegenehit zu warten, die günstig genug erscheint, um den Versuch zu starten, die Straße zu überqueren. Dies gibt einem oft die Gelegenheit zu einem kleinen Schwätzchen mit den Mitwartenden. Die Leute hier sind nämlich wirklich nett, offen und neugierig. Total angenehm. Vielfach habe ich hier auch schon diese neumodischen Lichtanlagen vorgefunden, die in unterschiedlichen Farben leuchten. Es hält sich zwar bei Weitem nicht jeder dran, aber die Chancen, lebend drüben anzukommen steigen erheblich, wenn man es bei grün versucht.
Ich frühstücke auf dem Markt und zum Glück macht das erste Museum schon um 7.30 Uhr auf und ich habe es ganz für mich alleine. Bis zum Mittag sind die drei wichtigsten Museen durch. Die geballte Grausamkeit auf Polaroid schlägt mir auf den Magen und Mittagessen fällt erstmal aus.
Bis zum Abend besuche ich alles, was ich sehen will. Mir gefällts hier. Geile Stadt. Da ist es ja endlich, das Urlaubsgefühl. Hatte sich die ganze Zeit versteckt und sich bei der Kälte nicht rausgetraut.
Trotzdem hab ich Hummeln im Hintern und will weiter. Irgendwas sagt mir, dass ich so schnell wie möglich nach Kambodscha sollte. Morgen früh also geht's los in Richtung Mekong und dann mit dem Boot zur Grenze.
Ich frühstücke auf dem Markt und zum Glück macht das erste Museum schon um 7.30 Uhr auf und ich habe es ganz für mich alleine. Bis zum Mittag sind die drei wichtigsten Museen durch. Die geballte Grausamkeit auf Polaroid schlägt mir auf den Magen und Mittagessen fällt erstmal aus.
Bis zum Abend besuche ich alles, was ich sehen will. Mir gefällts hier. Geile Stadt. Da ist es ja endlich, das Urlaubsgefühl. Hatte sich die ganze Zeit versteckt und sich bei der Kälte nicht rausgetraut.
Trotzdem hab ich Hummeln im Hintern und will weiter. Irgendwas sagt mir, dass ich so schnell wie möglich nach Kambodscha sollte. Morgen früh also geht's los in Richtung Mekong und dann mit dem Boot zur Grenze.
Dienstag, 25. Januar 2011
Guten Morgen, Saigon
Mist. Wenn der Bus nicht wie geplant um 23.00 Uhr sondern um 22.00 Uhr faehrt und die Fahrt nicht - wie angekuendigt - 8 sondern nur 6 Stunden dauert, und wenn es dann - dem neurotischen Fahrstil des Kutschers sei Dank - auch noch viel schnellr geht, dann strandet man nicht um 07.00 Uhr morgens sondern um 03.45 Uhr morgens in Saigon...
Hmpf.
Vollkommen gegen meine Art habe ich bisher fast jedes Hotel vorgebucht (und mich hinterher drueber geaergert, weil zu teuer, aber sicher ist eben sicher), nur genau dieses Mal nicht, weil so hektisch aus Da Lat abgereist. Zum ersten Mal passiert es mir, dass ich da stehe, mit all meinem Gepack, ohne einen Schimmer, wo ueberhaupt die Stadt ist, und was als naechstes zu tun ist. Eigentlich schlafen, aber daran ist erstmal wohl nicht zu denken.
Es dauert noch ein bisschen, der Rucksack wird immer schwerer, die Augen immer mueder, die Strassen immer kleiner , schmaler, dunkler. Sonst sind sie mir immer furchtbar auf die Nerven gegangen, die Hotelbrueller mit ihrem "Hello Lady, cheap room, hello, Miss...", aber jetzr... kein einziger weit und breit, nur runtergelassene Roll-Laeden und streunende Hunde, fuck. So war das nicht geplant. Aber alles endet super, eine Absteige ist dann doch gefunden, nicht toll aber billig und vor allem: jetzt und hier. Guten Tag, Saigon.
Hmpf.
Vollkommen gegen meine Art habe ich bisher fast jedes Hotel vorgebucht (und mich hinterher drueber geaergert, weil zu teuer, aber sicher ist eben sicher), nur genau dieses Mal nicht, weil so hektisch aus Da Lat abgereist. Zum ersten Mal passiert es mir, dass ich da stehe, mit all meinem Gepack, ohne einen Schimmer, wo ueberhaupt die Stadt ist, und was als naechstes zu tun ist. Eigentlich schlafen, aber daran ist erstmal wohl nicht zu denken.
Es dauert noch ein bisschen, der Rucksack wird immer schwerer, die Augen immer mueder, die Strassen immer kleiner , schmaler, dunkler. Sonst sind sie mir immer furchtbar auf die Nerven gegangen, die Hotelbrueller mit ihrem "Hello Lady, cheap room, hello, Miss...", aber jetzr... kein einziger weit und breit, nur runtergelassene Roll-Laeden und streunende Hunde, fuck. So war das nicht geplant. Aber alles endet super, eine Absteige ist dann doch gefunden, nicht toll aber billig und vor allem: jetzt und hier. Guten Tag, Saigon.
Da Lat - muss auch nicht wirklich sein ...
OK, also bislang gibt's zwischen dem, was ich u.a. suche und dem, was mir Vietnam bislang bieten konnte nicht wirklich eine große Schnittmenge. Das beschauliche "Dorf in den Bergen", welches man auch durchaus mal mit nem Schwarzwald-Kaff verwechseln können soll, ist das auf jeden Fall nicht und leider hab ich aber genau das bestellt!! Gut, in den Bergen liegts wohl, deshalb ist es hier auch deutlich kühler, aber ansonsten finde ich hier eine Stadt vor, mit allem, was ich nicht um mich haben will: Presslufthammer und Planierraupen, Kreisverkehre und 6-spurige Straßen. Mist, ich dachte, man könnte hier in V. auch irgendwo mal ein bisschen Ruhe finden, also ohne Ohropax, dacht ich. OK, die Jungs hier müssen schließlich auch von irgendwas leben, also buche ich einen total ueberteuerten Mountainbike-Trip ins Grüne. Die Bilder versprechen vieles... Ich freu mich drauf, endlich das Vietnam zu treffen, das mir bislang verborgen blieb... Aber leider auch hier Fehlanzeige. Der Trip emtpuppt sich als Desaster, ich verliere zweimal fast mein Leben, als mir LKW und Sattelschlepper auf einer vierspurigen Fahrbahn auf meiner Spur beim Überholen entgegen kommen. Ich hatte ja auch nicht vor, stundenlang auf der Hauptstraße die Stadt zu umrunden! Ich koche vor Wut, der eilig eingeschobene Abstecher zum "Wasserfall" machts dann auch nicht mehr viel besser. Tamy aus Würzburg (ja, ein Glück sind wir wenigstens zu zweit ) sieht das ganz genauso. Der Trip ein totaler Reinfall, der Tag an sich trotzdem ok, weil Tamy und ich unser eigenes Ding draus machen und viel Spaß haben. War echt cool. Trotzdem wird das nix mehr mit mir und dem Landleben hier. Ich reise überstürzt ab, die schon bezahlte Nacht krieg ich natürlich nicht zurück, aber egal. Bloß weg hier, bloß nicht mehr ärgern müssen. Wenn schon Stadt und nicht "Bergdorf", dann wenigstens die Große! Noch ein schnelles Abendessen, tschüß, Tamy, pass auf Dich auf, und ich sitze im Nachtbus nach Saigon. Neue Stadt, neues Glueck.
Samstag, 22. Januar 2011
Nah Trang - der schönste Strand Vietnams ???
Also "schön" ist was anderes ! Nach 12 -stündiger Busfahrt im Nachtbus bin ich ziemlich gerädert hier angekommen, obwohl die Busse echt super sind und die Liege-Sitze sich tatsächlich zu richtigen Betten umfunktionieren lassen. Aber es schaukelt ordentlich, besonders in der oberen Etage, wo ich liege. Ich will am liebsten gleich wieder weg hier, bestenfalls zurück nach Hoi-An, wo es so schön war. Jetzt bin ich schon ziemlich weit im Süden, es ist warm aber völlig verregnet und außerdem ganz schön windig. Die Stadt ist eine architektonische Katastrophe, häßlich, laut, doof. Der Strand kann daran auch nix ändern, erst recht nicht, wenn das Wetter so gar nicht mitspielt. Das versprochene türkisblaue Meer ist mir bisher nicht begegnet, dafür aber doofe Touris und doofe, unfreundliche Locals. Das Busticket nach Da Lat ist schnell gekauft, dennoch muss ich 2 Tage hier ausharren. Sport kam bislang eh zu kurz, hier ist die perfekte Location dafür. Dazu ein Besuch im Spa mit meiner Leidensgenossin aus dem Hotel, die Strand ohne Sonne ebenso doof findet wie ich. Wir planschen in thermalem Schlamm und gammeln in ebenso thermalen, terrassenförmig angelegten Whirlpools unter freiem Himmel. Eine großartige Massage muss dann auch noch sein, so kriegt man auch die Zeit hier rum.
Hoi-An: kochen und schneidern
Auf den ersten Blick wird klar: Hier bleibt man lieber einen Tag länger als geplant, denn hier scheint tatsächlich die Zeit stehen geblieben zu sein. Vom Krieg weitestgehend verschont geblieben ist die Altstadt zu schön um wahr zu sein und - ich kanns kaum glauben - zweimal die Woche ist Auto- und Moped-freie Innenstadt. Ein Traum!! 99 % aller Touris verlassen Hoi-An mit kiloweise maßgeschneiderter Garderobe. Ich hatte vorher schon versucht, die begeisterten Schilderungen der vorwiegend weiblichen Reisenden zu ignorieren. Das soll KEIN Shopping-Trip werden und ich bin fest entschlossen, nicht weich zu werden. Die Klamotten sehen großartig aus, die Schneider sind sehr fähig, die Stoffe sind toll und die ganze Stadt rennt - ob der immernoch schlechten Wetterlage - in wunderschönen, nagelneuen Winterjacken durch die Gegend. Ich bin wahnsinnig stolz auf mich, dass ich nicht schwach geworden bin, aber als ich in die Gasse einbiege, in der sie einem die Lederstiefel quasi an die Füße schneidern, ist es fast um mich geschehen. Aber eben nur fast: Ich gehöre zu den gefühlten 1% der Horde, die sich in Hoi-An nicht einkleiden lässt!
Fast jedes Restaurant bietet Kochkurse an und es dauert nicht lang, da lande ich zusammen mit 4 weiteren Deutschen aus Hamburg in der Schul-Küche des Cafe 96 am Fluss. Die Kochstunde droht zur Studienberatung zu werden, zwei sehr eifrige Jura-Studenten sind darunter und "koennen einfach nicht loslassen", das nervt tierisch und ich bin kurz davor, sauer zu werden, aber der sympatische Koch schafft es dann doch unaufdringlich und chatmant die Aufmerksamkeit fast aller lern-wütigen auf die Kunst des vietnamesischen Kochens zu lenken. Wir hacken fleissig Gemüse und Kräuter winzigklein, aus denen wir nachher Frühlingsrollen basteln. Meine erinnern stark an meine ersten selbstgedrehten Zigaretten und fallen schon vom Angucken fast auseinander. Aber Übung macht den Meister und kurze Zeit später dürfen wir auch noch tolle Salate und Fisch in Bananenblatt zaubern. Es schmeckt wie Selbstgemachtes eben schmeckt und das obligatorische Tiger-Beer dazu macht süchtig. Nach vollendetem Werk bekommen wir Rezepte, Schälmesser und gute Wünsche mit auf den Weg und finden eine Kneipe, die uns freundlicherweise noch lange nach Ladenschlus mit dem köstlichen hiesige Fassbier versorgt.Geiler Abend, tolle Stadt, ich will mehr davon.
Fast jedes Restaurant bietet Kochkurse an und es dauert nicht lang, da lande ich zusammen mit 4 weiteren Deutschen aus Hamburg in der Schul-Küche des Cafe 96 am Fluss. Die Kochstunde droht zur Studienberatung zu werden, zwei sehr eifrige Jura-Studenten sind darunter und "koennen einfach nicht loslassen", das nervt tierisch und ich bin kurz davor, sauer zu werden, aber der sympatische Koch schafft es dann doch unaufdringlich und chatmant die Aufmerksamkeit fast aller lern-wütigen auf die Kunst des vietnamesischen Kochens zu lenken. Wir hacken fleissig Gemüse und Kräuter winzigklein, aus denen wir nachher Frühlingsrollen basteln. Meine erinnern stark an meine ersten selbstgedrehten Zigaretten und fallen schon vom Angucken fast auseinander. Aber Übung macht den Meister und kurze Zeit später dürfen wir auch noch tolle Salate und Fisch in Bananenblatt zaubern. Es schmeckt wie Selbstgemachtes eben schmeckt und das obligatorische Tiger-Beer dazu macht süchtig. Nach vollendetem Werk bekommen wir Rezepte, Schälmesser und gute Wünsche mit auf den Weg und finden eine Kneipe, die uns freundlicherweise noch lange nach Ladenschlus mit dem köstlichen hiesige Fassbier versorgt.Geiler Abend, tolle Stadt, ich will mehr davon.
Freitag, 21. Januar 2011
Wolkenpass und Da Nang
Die Wettergrenze zwischen dem subtropischen Klima im Norden und dem tropischen Klima im Sueden von Vietnam soll angeblich foermlich sichtbar sein. Wenns obend noch fies ist ist es unten schon richtig schoen und dazwischen liegen nur wenige Kilometer, aber eben auch die Berge, die am Wolkenpass bis ans Meer heranragen. Na, das klingt doch vielversprechend. Nichts wie hin.
Die Zugfahrt macht Spass, aber draussen ist totale Waschkueche und von der versprochenen "breath-taking scenery" sieht man nur immer die naechsten 20 Meter. Aber immerhin: Das was man sieht ist wirklich schön, man bekommt eine Ahnung davon wie toll es bei guter Sicht sein könnte.
Da Nang hat nicht viele Sehenwürdigkeiten und ist für Touris scheinbar uninteressant. Ich mags hier trotzdem, obwohl das Wetter nicht wirklich besser und die Stadt nicht gerade hübsch ist. Die Abwesenheit von Tourimassen reicht schon, hier wenigstens eine Nacht zu bleiben. Die Leute sind auffallend freundlich und neugierig und kommen total authentisch rüber. Ich lasse mir im hiesigen Krankenhaus die letzte Tollwut-Impfung verpassen und genieße es, den Alltag der Leute hier beobachten zu können, die vollkommen unbeeidruckt zu sein scheinen, dass keine 25 km weiter Vietnams "Highlight" Hoi-An unglaubliche Touri-Massen abfertigt. Ich bin ab morgen auch dabei.
Die Zugfahrt macht Spass, aber draussen ist totale Waschkueche und von der versprochenen "breath-taking scenery" sieht man nur immer die naechsten 20 Meter. Aber immerhin: Das was man sieht ist wirklich schön, man bekommt eine Ahnung davon wie toll es bei guter Sicht sein könnte.
Da Nang hat nicht viele Sehenwürdigkeiten und ist für Touris scheinbar uninteressant. Ich mags hier trotzdem, obwohl das Wetter nicht wirklich besser und die Stadt nicht gerade hübsch ist. Die Abwesenheit von Tourimassen reicht schon, hier wenigstens eine Nacht zu bleiben. Die Leute sind auffallend freundlich und neugierig und kommen total authentisch rüber. Ich lasse mir im hiesigen Krankenhaus die letzte Tollwut-Impfung verpassen und genieße es, den Alltag der Leute hier beobachten zu können, die vollkommen unbeeidruckt zu sein scheinen, dass keine 25 km weiter Vietnams "Highlight" Hoi-An unglaubliche Touri-Massen abfertigt. Ich bin ab morgen auch dabei.
Montag, 17. Januar 2011
Kriegskram und Hué
Hier in Hué ist es zwar nur geringfügig wärmer, dafür regnets ordentlich. Das perfekte Wetter für den 10 Stunden dauernden Ausflug in die "demilitarisierte Zone", denn 70 % der Zeit verbringt man im Bus. Tunnelsyteme und Kriegsmuseum sind tatsächlich spannend. Ein witziger Abend mit literweise Hué-Fassbier machen den Abschied aus dem verregneten Hué nicht ganz einach.
Wasserpuppen- und Verkehrsgedöns
Wasserpuppentheater in Hanoi ist echt niedlich. 50 Minuten drolliges Halligalli, in einem Theater an einem Alster-ähnlichen See mitten in der Stadt. Mega-kitschig, wie Tradition eben manchmal ist.
Hanoi selbst schockt. Das erste Mal in meinem Leben, dass mir eine deutllich ältere Person - ungefragt aber sehr fürsorglich - über die -Straße geholfen hat. Dabei habe ich in stundenlangem Selbststudium theoretisch gelernt, wie das geht...
Da ist Zugfahren schon viel angenehmer. Nachtzüge sind qualitativ schon fast mit der Deutschen Bahn vergleichbar, wobei die Verspätungrn im Gegensatz zum deutschen Pendant sich hier tatsächlich in Grenzen halten. Am Platz wird auch warmes Essen serviert, aber was genau das ist, weiß keiner. Jedenfalls hats noch Augen und Füße und kommt frittiert.
Einen Haken hat das Ganze Öffi-Gefahre: ewig plärrt die Television!!! Man kommt kaum einen Meter weit, ohne schutzlos dem vollkommen sinnentleerten Geballer und Gemetzel ausgesetzt zu sein. Man möchte förmlich niederknien und um Gnade winseln. Wohl dem, der einen prall gefüllten MP3-Player mit guten Akkus dabei hat.
Hanoi selbst schockt. Das erste Mal in meinem Leben, dass mir eine deutllich ältere Person - ungefragt aber sehr fürsorglich - über die -Straße geholfen hat. Dabei habe ich in stundenlangem Selbststudium theoretisch gelernt, wie das geht...
Da ist Zugfahren schon viel angenehmer. Nachtzüge sind qualitativ schon fast mit der Deutschen Bahn vergleichbar, wobei die Verspätungrn im Gegensatz zum deutschen Pendant sich hier tatsächlich in Grenzen halten. Am Platz wird auch warmes Essen serviert, aber was genau das ist, weiß keiner. Jedenfalls hats noch Augen und Füße und kommt frittiert.
Einen Haken hat das Ganze Öffi-Gefahre: ewig plärrt die Television!!! Man kommt kaum einen Meter weit, ohne schutzlos dem vollkommen sinnentleerten Geballer und Gemetzel ausgesetzt zu sein. Man möchte förmlich niederknien und um Gnade winseln. Wohl dem, der einen prall gefüllten MP3-Player mit guten Akkus dabei hat.
Donnerstag, 13. Januar 2011
Hanoi - wuselig und leider etwas zu kalt
krasse Stadt, echt spannend, tierisch wuselig, unglaublich laut und es grenzt schon fast an ein Wunder, dass ich noch nicht mindestens 18 Mal ueberfahren worden bin ! Die olle Ho Chi Minh Leiche muss ohne mich mausolieren, da der Kasten freitags geschlossen hat und ich heute abend schon gen Sueden reise. Die Ha Long Bucht zu durchsegeln waere sicher cool gewesen, aber bei kalten 12 Grad schockt das sicher nicht.
Gestern hab ich tatsaechlich die kambodschanische Botschaft gefunden, das Visum erstanden und nach 5 stuendigem Rumirren tatsaechlich auch wieder das Hostel erreicht. Pech, wenn man beim "sich einfach mal so treiben lassen" aus Versehen von der Karte runterlaeuft, es erst merkt, wenn man muede ist und dann keinen von den vielen Vietnamesen trifft, die angeblich so gut englisch sprechen! Hmpf. Also diese Erfahrung hab ich bisher nicht gemacht, wohl aber die, dass ein "Ich weiss es nicht" einfach ein fauxpas ist und man lieber mal die im Zweifel falsche Richtung angibt...
Jetzt kenn ich jedenfalls gefuehlt jeden Winkel der Stadt und sollte mich bis heute abend um 11 nicht doch noch ein Scooter ummaehen, sitz ich heute im Nachtzug nach Hue und bis dahin futter ich mich durch die Altstadt :-)
Gestern hab ich tatsaechlich die kambodschanische Botschaft gefunden, das Visum erstanden und nach 5 stuendigem Rumirren tatsaechlich auch wieder das Hostel erreicht. Pech, wenn man beim "sich einfach mal so treiben lassen" aus Versehen von der Karte runterlaeuft, es erst merkt, wenn man muede ist und dann keinen von den vielen Vietnamesen trifft, die angeblich so gut englisch sprechen! Hmpf. Also diese Erfahrung hab ich bisher nicht gemacht, wohl aber die, dass ein "Ich weiss es nicht" einfach ein fauxpas ist und man lieber mal die im Zweifel falsche Richtung angibt...
Jetzt kenn ich jedenfalls gefuehlt jeden Winkel der Stadt und sollte mich bis heute abend um 11 nicht doch noch ein Scooter ummaehen, sitz ich heute im Nachtzug nach Hue und bis dahin futter ich mich durch die Altstadt :-)
Mittwoch, 12. Januar 2011
halb-angekommen
Geht doch. Obwohl noch nicht so ganz da, fühlt es sich hier in Bangkok schon sehr viel mehr nach Urlaub an. Nix gegen Dubai, der Stopover war ok aber unvermeidbar. Bangkok ist ebenso Zwischenstation aberdennoch schon richtig Asien, scharfes Thai-Food mit kaltem Singha-Lager, im "Draussen-Restaurant"auf Plastik-Stühlen... So wars gedacht :-) Auch wenn das ständige frühe Aufstehen nervt (morgen, also gleich, ist 4 Uhr aufstehen) so stellt sich doch Entspannung ein, wer hätts gedacht... Morgen dann im Regen durch Hanoi, aber ich freu mich tatsächlich drauf.
Donnerstag, 6. Januar 2011
Vorfreude
Hamburg ist ganz schön grau, aber das macht nichts.
Die letzten Impfungen, Anti-Zecken-Zeug und Sonnencreme, das ist noch die einfachste Übung. Viel schwieriger: Wo hab ich noch den verdammten Backpack-Rucksack hingeräumt..?
Werd ich schon finden, noch sind 4 Tage Zeit...
Die letzten Impfungen, Anti-Zecken-Zeug und Sonnencreme, das ist noch die einfachste Übung. Viel schwieriger: Wo hab ich noch den verdammten Backpack-Rucksack hingeräumt..?
Werd ich schon finden, noch sind 4 Tage Zeit...
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