Es gibt wahrscheinlich keine einzige Sehenswürdigkeit in ganz Vietnam, keinen Tempel, keine Pagode, keinen Wasserfall, die nicht im Rahmen einer Kaffee-Fahrt zu besuchen wäre. Rumreisen ist unwahrscheinlich einfach, praktisch alles wird einem abgenommen und organisiert. Sehr einfach und wahnsinnig unspektakulär. Hierhin kann man auch mit Oma fahren. Tatsächlich ist es stellenweise recht angenehm, dass alles so einfach geht, die Kehrseite der Medaille ist aber natürlich, dass wirklich jeder herkommt. Kegelclubs, Steptanzgruppen, natürlich hat jeder sein gutes Recht, durch Vietnam zu reisen. Ich hatte Ähnliches schon befürchtet, doch das Ausmaß des Massentourismus hier hat mich dann doch überrascht. Natürlich muss man sich den Kaffee-Fahrten zu den Sight hier nicht anschließen, doch Alternativen sind rar, vor allem, wenn man bei dem Verkehr und den Straßen hier nicht auf dem gemieteten Roller verunglücken will. (Todesursache Nummer eins in Vietnam sind Verkehrsunfälle). Und selbst wenn mans dann doch auf eigene Faust schafft, dann trifft man die Steptanzgruppe eben nicht im Bus, sondern erst vor dem Tempel. Da ist sie aber auf jeden Fall.
Deswegen mach ich mir auch keine Illusionen mehr darüber, dass es im Mekong-Delta anders sein würde. Ich hatte ursprünglich mal eine naive, sehr romantische Vorstellung von so einer Mekong-Delta-Tour. "schipper, schipper, pöt, pöt". Aber tatsächlich werden hier tausende von Touristen täglich abgefertigt. In Saigon kann man keine drei Meter gehen, ohne in ein Booking-Office zu stolpern. Es gibt ein-,zwei- und dreitägige Touren. Die Zahl der Anbieter ist überwältigend, das Wirrwarr der Angebote nicht zu durchdringen. Es gibt haufenweise Billiganbieter und enttäuschte Touristen. Aber auch die teuren halten nicht immer, was sie versprechen. Ich lande letztendlich bei den Größten - Delta Adventures - und lasse mir ein Dreitagesprogramm zusammenstellen. Es gibt zu allem eine billige und eine teure Variante. Ich nehme von allem das teuerste und zum Schluss noch den 25-Dollar-Aufschlag für eine Nacht "Homestay".
Letztendlich war das die entscheidende Investition. Man wird drei Tage lang per großem Bus, kleinem Bus, großem Schiff, kleinem Boot, Ruderboot durch die Gegend transportiert. Alles ist unglaublich durchorganisiert. Die Gruppen werden zig-mal getrennt und wieder mit anderen zusammengelegt, es ist ein permanentes Kommen und Gehen. Die Orte im Mekong-Delta sind natürlich auch keine beschaulichen Käffer, sondern Städte, wie alle anderen auch. Mit viel Verkehr und Baustellen. Die paar Leutchen, die Homestay gebucht haben, werden irgendwann aus den ganzen Gruppen rausgepickt, auf ein eigenes kleines Bötchen verfrachtet und es folgen 24 Stunden Sonderbehandlung. Wir sind 7 Leute und das bleibt auch vorerst so, sehr angenehm. Wir übernachten nicht im Hotel in der Stadt, sondern auf einer winzigen Insel direkt aum Fluss. Homestay heißt eigentlich, dass man tatsächlich bei einer vietnamesischen Familie zu Hause übernachtet und an deren Alltag ein kleines bisschen teilnimmt. Mittlerweile ist davon nicht mehr viel übrig, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden, denn wir übernachten in einem wunderschönen Haus (es gibt ca. 5 Doppel- und Dreibett-Zimmer hier, alle mit Vollbad, die Familie wohnt irgendwo dahinter, also ist das hier einfach ein besseres Hotel, nix Homestay). Wir baumeln in Hängematten auf der Veranda, ab und zu stört die Ruhe der röhrende Motor von vorbeifahrenden Booten, aber viel ist es nicht. Irgendwann kochen wir alle zusammen unter der Anleitung der Hausherrin und futtern und trinken auf der Terrasse. Unser Grüppchen ist total nett und wir sind alle total glücklich, dass wir mit dieser Homestay-Option dem Wahnsinn da draußen kurz entwischen konnten. Auch am nächsten Tag bleibt uns die Idylle noch etwas erhalten, wir sind vor den ganzen Massen bei den schwimmenden Märkten und werden erst nach dem Essen wieder in den Touri-Strom eingereiht. Auch bei der zweiten Übernachtung hat sich die teure Option gelohnt, denn wir schlafen wieder nicht in der Stadt sondern auf einem schwimmenden Schiff-Hotel, sehr romantisch und tatsächlich unglaublich ruhig. Den ganzen dritten Tag fahre ich zusammen mit einer riesigen Horde (darunter eine total lustige und sehr trinkfreudige Gruppe pubertierender Holländer :-X ) auf dem Sonnendeck von einem Holzdampfer den Mekong hoch Richtung Grenze.
-- Gesendet von meinem Palm Pre
Was soll das ??
Urlaubsgrüße per Post kommen natürlich auch, aber per Blog ist das Urlaubsgeschwatze für die Daheim-Gebliebenen sicher besser zu ertragen.
Der grobe Plan:
Hamburg -> Dubai, nächtigen, Dubai -> Bangkok, nächtigen, Bangkok -> Hanoi: Endlich da, hoffentlich Donnertag morgen (13.01.2011)Dann die komplette Ostküste bis HCMC, über den Mekong nach Phnom Penh, Angkor, dann wieder Bangkok, Monster treffen und per Radl gen Phuket, abhängen auf PhiPhi und Co und westwärts Ende Februar
Freitag, 28. Januar 2011
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