Der zweite Grund fuer den Zwischenstop in Battambang war die Bootsfahrt, die mich von hier nach Siam Reap bringen soll. Sie wurde mir mehrfach als der beste Bootstrip in ganz Kambodscha empfohlen. Also wieder im Morgengrauen los und um 07.00 legt das "Boot" ab. Es ist nicht mehr als eine Nuss-Schale mit Dach drueber und mehr als 20 Leute sollten sich eigentlich nicht darauf befinden, wie ich finde. Es finden aber ca. 30 Touris und 3 Locals plus die beiden Fahrer Platz. Das ganze sieht aus wie ein Umzug, die riesigen Backpacks und Reisetaschen der Touristen werden auf dem Dach und sonstwo vertaeut, sogar ein dreiteiliges Koffer-Set ist dabei, die Besitzer schon seit langem im Rentenalter. Respekt, denn was folgt sind die anstrengendsten 9 Stunden auf einem Boot, die ich bisher mitgemacht habe.
Die obligatorischen Saecke Reis, Gemuese, Kisten mit Eiern, Getraenken, etc. muessen natuerlich auch noch mit, das Boot sinkt so tief, dass ich glaube, gleich laeufts oben rein. Aber dann tuckern wir los.
Der Fluss ist fast ausgetrocket, deswegen dauert die Fahrt auch nicht drei Stunden (wie zur Regenzeit), sondern eben 9. Wir setzen immer wieder auf, der Kahn muss immer wieder muehsam befreit werden, ich denke oft, dass klappt nicht mehr. Fuer diese Pfuetze von einem Fluss ist unser Kahn einfach viel zu schwer. Wie kommen nur unglaublich muehsam voran, wohl nicht mehr als 10 km in der Stunde. Es gibt kein Klo, ich habe aus "organisatorischen" Gründen nicht gefrühstückt, nur noch eine halbe Flasche Wasser und noch 2 Dollar bei mir. Es ist erst tierisch kalt, wird bald aber brüllend heiß, der Motor ist laut und stinkt und ich kann mich auf meinen 30 cm "Eisenbank" nicht richtig bewegen. Und ich mach mir tatsächlich große Sorgen, was wohl passiert, wenn wir komplett steckenbleiben oder Motor oder sonstwas kaputt geht. Das kommt nämlich tatsächlich sehr häufig vor. Die Strecke führt wirklich voll durch die Pampa, hier ist nichts, gar nichts. Wer hier liegenbleibt, der kann sich nicht mal eben ins nächste Taxi setzen. Ab und zu
kommen wir an so etwas wie einer Siedlung aus Wohn-Booten vorbei. Das Leben spielt sich zum Großteil am oder auf dem Wasser ab. Von unserem Boot aus können wir quasi direkt ins "Wohn-Schlaf-Ess-Kochzimmer" der Leute hier blicken. Sie leben in unvorstellbarer Armut und sind dabei so unbeschwert, so beneidenswert fröhlich und wie immer total freundlich. Nachdenklich winke ich mir den Arm lahm und bin total froh, diese doch sehr strapaziöse Bootsfahrt gemacht zu haben, denn erst jetzt hab ich das Gefühl, ein bisschen was von Kambodscha gesehen zu haben. Im Reiseführer steht, dieses Land ist wie eine Zwiebel: je mehr Schichten man löst, umso eher kommen einem die Tränen, mal vor Freude und mal vor Wehmut. Nach den vielen Stunden auf dem Boot bin ich der Meinung, dass man es treffender nicht formulieren kann.
Was soll das ??
Urlaubsgrüße per Post kommen natürlich auch, aber per Blog ist das Urlaubsgeschwatze für die Daheim-Gebliebenen sicher besser zu ertragen.
Der grobe Plan:
Hamburg -> Dubai, nächtigen, Dubai -> Bangkok, nächtigen, Bangkok -> Hanoi: Endlich da, hoffentlich Donnertag morgen (13.01.2011)Dann die komplette Ostküste bis HCMC, über den Mekong nach Phnom Penh, Angkor, dann wieder Bangkok, Monster treffen und per Radl gen Phuket, abhängen auf PhiPhi und Co und westwärts Ende Februar
Mittwoch, 2. Februar 2011
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