...so stehts zumindest im Reiseführer und darauf bin ich jetzt mal gespannt. Am Vorabend hatt ich mir schon ein Rad organisiert, damit ich auch ja pünktlich um 5.20 Uhr loskomme, um noch den Sonnenaufgang mitzukriegen. Ich radle fröhlich die 7 km zu den Tempeln, was ohne Licht und bei diese unbeleuchteten Straße keine gute Idee ist. Egal. Ich komme mir ein bisschen albern vor, es ist ja irgendwie noch mitten in der Nacht, aber als ich bei den Ticket-Schaltern ankomme stelle ich mal wieder fest: die Busse sind noch vor mir da :-( Zum Glück sind die Schlangen nach Gültigkeitstagen geordnet und alle stahen bei 1 Tag oder 1 Woche. 3 Tage will außer mir keiner, klasse. Ich blätter aufgereht 40 $ hin und kanns nun echt nicht mehr erwarten, endlich dieses Weltwunder zu erklettern. Alle wollen den Sonnenaufgang beim Haupttempel sehen, das spare ich mir für morgen auf. Ich hatte mir aus dem Reiseführer einen anderen Tempel ausgesucht, der auch einen tollen Sonnenaufgang verspricht, aber noch nicht ganz so überlaufen sein soll. In der Dunkelheit und in meiner Aufregung kann ich den jetzt aber nicht finden, ich werde langsam panisch, es wird immer heller. Ich finde einen anderen Tempel, eher eine Pyramide, egal, welcher das jetzt ist, das soll jetzt mein Sunrise-Tempel werden. Ich parke das Rad und bin sehr misstrauisch, denn es ist tatsächlich niemand außer mir hier. Kann es dann überhaupt gut sein? Ich klettere auf allen Vieren die maga-Steilen Stufen nach oben und bin gast sicher, dass ich einen Riesenfehler mache: Hier komme ich nie wieder runter und so weit ab von den Haupt-Tempeln findet mich hier auch so bald keiner... Egal, erstmal hoch da. Ich komme mir vor als würde ich höchstpersönlich dieses Bauwerk gerade entdecken. Man hört außer meinem Keuchen nur noch das Schreien der Vögel (oder Affen?). Ich klettere immer höher, die Stufen werden immer steiler. Oben angekommen werde ich zwar nicht mit dem perfekten Sonnenaufgang belohnt - die Bäume stehen viel zu dicht - aber trotzdem ist es großartig, einfach nur dazusitzen und zuzugucken, wie es langsam Tag wird. Je heller es wird umsomehr erkennt man weitere Tempel, die kilometerweit entfernt aus dem Urwald ragen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem ganz privaten Angkor-Auftakt, nehme all meinen Mut zusammen und krachsele rückwärt die Mauer wieder runter. Ich radele zurück zur Haupt-Route und erkenne sie kaum wieder. Was ist denn hier los? Elefanten schleppen die Touri-Massen die Berge hoch, vor den Toilettenhäusern sind bombastische Schlangen, Busse voller Touristen stehen auf dem Weg zurück zu den Hotels im Stau (die Masse will Frühstück) und der Hubschrauber fliegt auch schon die ersten dollarschweren Besucher über die Tempel! Wow. Verständlich alles, aber trotzdem irgendwie schade.
Ich frühstücke hier und stürze mich in mein Angkor-Programm. Um 11 zeigen alle Zeiger nach unten: müde, Hunger, Durst, heiß, kann nich mehr. Ich brauche eine Pause und radle zurück nach Siam Reap, verfahre mich böse und komme völlig fertig nach über 30km auf diesem schrottreifen Klapper-Rad in der Stadt an. Mein Hotel kann ich nicht finden, ist auch egal. Ich torkele in das nächste Spa, bestelle das komplette Menü und was zu trinken und komme nach zwei Stunden wie neu wieder raus. Zum Sunset fahre ich mit dem Tuc-Tuc.
-- Gesendet von meinem Palm Pre
Was soll das ??
Urlaubsgrüße per Post kommen natürlich auch, aber per Blog ist das Urlaubsgeschwatze für die Daheim-Gebliebenen sicher besser zu ertragen.
Der grobe Plan:
Hamburg -> Dubai, nächtigen, Dubai -> Bangkok, nächtigen, Bangkok -> Hanoi: Endlich da, hoffentlich Donnertag morgen (13.01.2011)Dann die komplette Ostküste bis HCMC, über den Mekong nach Phnom Penh, Angkor, dann wieder Bangkok, Monster treffen und per Radl gen Phuket, abhängen auf PhiPhi und Co und westwärts Ende Februar
Donnerstag, 3. Februar 2011
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